Die Geschichte 1950 - Heute

Der Gauverband hat zurzeit 40 Mitgliedsvereine und vertritt so hochgerechnet rund 8500 Mitglieder in den verschiedenen Vereinen.

Der Gauverband ist 1950 aus dem Grundsatz "Gemeinsam sind wir stark" gegründet worden. Wie der damalige 2. Gauvorstand und spätere Gauehrenvorstand Franz Schmid erzählte, liefen an den Stammtischen und in der Öffentlichkeit die Diskussionen, dass die Vereine, die sich rein der Unterstützung verschrieben haben, nicht mehr lange existieren würden.
Um den Zusammenhalt und den Fortbestand zu sichern, ist dann der Gauverband gegründet worden. Die Gründungsveranstaltung fand beim Botenwirt in Traunstein, heute "Gargano", statt. Bei der Gründungsversammlung traten 13 Vereine dem Gauverband bei.
Damals hieß er "Burschengauverband, Inn- Chiem- und Salzachgau".
Im Einzelnen waren dies die Vereine Chieming, Grabenstätt, Hart, Hörpolding, Inzell, Ising, Matzing, Neukirchen, Nußdorf, Obing, Schnaitsee, Vachendorf und Weibhausen. Die Namen sind im Kassenbuch notiert.
Der Gründungsbeitrag betrug 5 Mark.

Der erste Gauvorstand war damals Engelbert Dandl aus Nunhausen und der 2. Vorstand, war Franz Schmid aus Höring. Dandl verstarb 1990 und Schmid, der langjähriger Gauehrenvorstand war, verstarb 2005.

Aus der Diskussion heraus, dass es die Unterstützungsvereine ohnehin nicht mehr lange geben würde, weil der Staat durch das soziale Netz die Aufgaben übernehmen wird, hat der Gauverband auch den Hausmeister und Kutscherverein Traunstein mit aufgenommen.

1951 waren es laut Kassenbuch 17 Vereine und 1952 bereits 23 Vereine.
Interesant in diesem Zusammenhang sind zwei Einträge im Kassenbuch aus dem Jahr 1952. Und zwar ist das der 1.Eintrag: "Hochzeitsgeschenk für Gauvorstand, 10,65 Mark". und der 9.Eintrag: "Hochzeitsgeschenk für 2. Gauvorstand Franz Schmid, 7,65 Mark". Wenn man das so sagendarf, 1952 war ein sehr fruchttendes Jahr für den Gauverband.

Aus einem Satzungsentwurf, der auf den 16. Juni 1955 datiert ist geht hervor, dass zu diesem Zeitpunkt Fraz Schmid schon der erste Gauvorstand war. Als 2. Gauvorsitzender hatte ein Fritz Dandl unterschrieben, der zugleich Gauschriftführer war.
Schon bei der Gründung vom Gauverband war man sich bei der Namensgebung nicht ganz einig. Doch kann davon ausgegangen werden, dass sich die Mitgliedsvereine bald auf den Namen "Gauverband der Burschen- und Arbeiter-Kranken-Unterstzungsvereine" geeinigt hatten.
Bald heißt, dass einer Einladung zur Chiemseerundfahrt mit dem Datum vom 9.September 1951 der vorgenannte Name als Briefkopf gedient hatte. Auch auf einer gedruckten Einladungskarte zur Gauversammmlung am 6.3.55 um 1/2 10 Uhr, datiert auf den 20.2.55, steht der gleiche Briefkopf. Einladung 1955
In dieser Gauversammlung am 6. März 1955 muss, wie schon vorher erwähnt, dann auch der erste Entwurf zu einer Gausatzung erarbeitet worden sein. In Schriftform liegt der Entwurf vor und ist wie gesagt auf den 16.Juni 1955 datiert.Alte Satzung
Und da wurde der Name: "Gauverband der Burschen-Arbeiter-Kranken-Unterstützungsvereine Chiem- und Rupertigau" mit Sitz in Traunstein beschlossen. Der 2.Eintrag im Kassenbuch aus dem Jahr 1955 belegt dann, dass ein Stempel für 5 Mark angeschaft wurde.Ein Stempeldruck befindet sich noch auf einer Anwesenheitsliste. Leider ohne Datum. Anwesenheitsliste
In den Folgejahren wurde es dann, wie aus den Kassenbucheinträgen ersichtlich ist, ruhig um den Gauverband. 1959 haben noch 19 Vereine einen Beitrag entrichtet und 1960 gibt es nur noch einen Eintrag mit Zinsen, nämlich 14,75 Mark.
Wie es in der Wirtschaftswunderzeit vielen Vereinen erging, kam auch der Gauverband zum erliegen. Grund waren sicher dafür der gesellschaftliche Umbruch, sowie der Wirtschaftsaufschwung mit der Fabriktätigkeit. Die Menschen konnten sich plötzlich vieles leisten, was vorher unmöglich erschien. Das Fernsehen kam auf. Jeder hatte Arbeit und war mit dieser so beschäftigt, dass keiner mehr an eine schlechte Zeit denken wollte.

Und wie Franz Mertl vom Arbeiterverein Weibhausen erzählt hat, war es doch wieder aus gewisser Sicht eine bestimmte Notsituation, aus der der Gauverband wieder belebt wurde. Franz Mertl war von 1971 bis 1975 der Vorstand vom Arbeiterverein Weibhausen und es stand das 75-jährige Gründungsfest an. Aus dem Gedanken heraus, dass wenigsten einige Vereine zum Gründungsfest kommen würden, meinte Mertl, kam die Idee auf, den Gauverband wieder zu beleben.
Das muss im Jahr 1974 gewesensein, denn laut eines Tagesberichts ist zu entnehmen, dass nach längerer Pause am Freitag, den 31.Oktober 1975 im Gasthaus Alpenblick in Weibhausen wieder eine Gauversammlung statt fand. Es nahmen 19 Vereine mit 61 Deligierten teil.
Bei den durchgeführten Neuwahlen wurden Franz Schmid zum Gauvorstand, zum 2. Gauvorstand Karl Wolferstetter, zum Gaukassier Albert Winkler und zum Gauschriftführer Hermann Janker gewählt.
Bei der Wiederbelebung des Gauverbandes der Burschen- und Arbeitervereine des Chiem- und Rupertigau lag dem damaligen Gauschriftführer und heutigen Gauehrenmitglied Hermann Janker nur die obige Liste vor.

Seit 1975 finden nun jährlich die Gauversammlungen in Weibhausen im Gasthaus Alpenblick an jedem letzten Freitag im Oktober statt. Seit 1976 konnte auch wieder alljährlich ein Gaufest gefeiert werden. Das erste Gaufest in der Neuzeit, wenn es so bezeichnet werden darf, richtete wie nicht schwer zu erraten sein dürfte der Arbeiterverein Weibhausen in Verbindung mit seinem 75-jährigen Bestehen aus.
Vorstand war damals Franz Zenz.
Nur 1990 konnte kein Gaufest ausgerichtet werden. Es fand als Ersatz eine Gauwallfahrt statt. 1998 war es auch soweit, dass der Gauverband seine jetzige Satzung erhielt.
Maßgeblich daran beteiligt war der damalige Gauvorstand Josef Reithmeier. Das Vereinsleben und die Burschensache ist auch dem Wandel der Zeit unterworfen. So musste der Arbeiterverein Tittmoning 2005 wegen Mitgliedermangel und somit fehlender Vorstandschaft aus dem Vereinsregister gestrichen werden.
Jedoch feierte am 17. September 2006 der Katholische Burschen- und Krankenunterstützungsverein Surheim das Wiedergründungsfest.
Ein Jahr später, bei der Gauversammlung 2007, trat der "Katholische Burschenverein Unterneukirchen" dem Gauverband bei, sein Wiedergründungfest feierte der Verein am 14. September 2008.
Bei den Neuwahlen wurde Georg Daxenberger (Burschenverein Höslwang) neuer Gauvorstand und Gerhard Mayer (Burschenverein Surberg) Beisitzer.
Im Rahmen der Festwoche in Heiligkreuz 2008, wurde der ehemalige Vorstand Georg Wurm zum Gauehrehmitglied ernannt.
Beim Festabend vor dem Gaufest in Lampoding wurde der ehemalige 2. Gauvorstand und 1. Vorstand des Burschen- und Arbeiterverein Lampoding, Helmut Hofmeister zum Gauehrenmitglied ernannt.
Bei der Gauversammlung 2008 wurde der "Katholischer Burschenverein Kienberg" aufgenommen. Er feiert in Verbindung mit dem Gaufest am 27. Juni 2010 sein Wiedergründungsfest.
Ebenso 2008 wurden der Burschenverein Ainring und der Burschenverein Halsbach in den Gauverband aufgenommen.
Nachdem seit dem Tod vom ehemaligem Gauehrenvorstand Franz Schmid das Amt des Gauehrenvorstandes unbestzt war, wurde das bisherige Gauehrenmitglied Josef Reithmeier zum Gauehrenvorstand ernannt.

Am 29. Juni 2010 wurde in Laufen das frisch restaurierte Grabmal von Simon Spannbrucker, der als Gründer der Burschenvereine gilt, feierlich wieder geweiht. Es beteiligten sich einige Vereine mit ihrer Fahne. Die Burschen- und Arbeitervereine des Gaues und der Gauverband haben sich auch finanziel an der Restaurierung stark beteiligt.
Der vom Gauvorstand organisierten Vortrag über das Vereinsrecht wurde auch sehr gut besucht.

Bei der Gauversammlung 2011 wurden die Burschenvereine aus Petting, Stierberg und Frasdorf in den Gauverband aufgenommen.
Im Jahr 2013 wurde die Satzung überarbeitet. Unter anderem wurde der Verband umbenannt in: "Gauverband der Burschen- und Arbeitervereine des Chiemgaus und Rupertiwinkel".
2015 wurden die benötigten neuen Gau-Ehrennadeln besorgt.
Der Burschenverein Grünthal wurde in der Versammlung 2016 aufgenommen.
Im Jahr darauf wurde der Burschenverein Rattenkirchen aufgenommen und der ehemalige Gaukassier August Georg zum Gau-Ehrenmitglied ernannt.
nach oben